Warum jede Gemeinde einen Flickr-Account haben sollte
Im zweiten Teil meiner kleinen Reihe “Web 2.0 für christliche Gemeinden” geht es um den Photodienst Flickr und weshalb man ihn für eine Gemeinde einsetzen sollte. Nehmen wir an, die Gemeinde XY veranstaltet das jährliche Gemeindefest und dabei werden von verschiedenen Personen eine Menge Photos geschossen, die auf der eigenen Homepage gezeigt werden sollen.
Ohne Flickr
Für viele Gemeinde-Webmaster beginnt jetzt das große Basteln, um die einzelnen Photos auf ein netztaugliches Format zu reduzieren, Vorschaubilder zu erstellen und daraus eine Galerie zu bauen. Selbst wenn man eines der vielen Programme zur Erstellung einer Bildergalerie benutzt, bleibt immer noch einiges an Aufwand und das Ergebnis ist oft trotzdem nicht zufriedenstellend.
Das ganze nochmal mit Flickr
Beginnen wir wieder beim Gemeindefest: Der Webmaster und andere haben die Speicherkarten ihrer Kameras voller Bilder, die ins Internet sollen um die Aktivitäten der Gemeinde darzustellen.
- Wir melden uns in unserem eigenen Benutzerbereich bei Flickr an und laden die einzelnen Photos der Veranstaltung von unserem Computer hoch.
- Da dies bei vielen Photos mit großer Auflösung selbst mit DSL etwas dauern kann, können wir jetzt erstmal einen halben Rosenkranz beten oder eine erbauliche Predigt anhören.
- Sind die Bilder bei Flickr, erstellen wir ein neues Set (neue Galerie) mit dem Namen “Gemeindefest 2006” und fügen unsere Photos ein
- Fertig!
Auf der Homepage der Gemeinde braucht man nun lediglich einen Link zu unserem neuerstellten Photoset zu erstellen und alle Gemeindemitglieder können sich ansehen, wie albern der Küster beim Sackhüpfen ausgesehen hat.
Weitere Vorteile
- Wenn man zusätzlich auf Anwendungen von Drittanbietern wie zum Beispiel flickrshow zurückgreift, kann man sogar ein komplettes Set als Diashow in die eigenen Seiten einbinden.
- Im Pro-Account können alle hochgeladenen Photos in der Original-Auflösung heruntergeladen werden. Damit sind alle Gemeindemitglieder mit Abzügen versorgt.
- Verschiedene Personen die die Zugangsdaten haben, können Bilder hochladen und die Arbeit muß nicht allein am Webmaster hängenbleiben.
- Die Sets bei Flickr können zur Außendarstellung der Gemeinde genutzt werden, besonders wenn man die Tags (Schlüsselbegriffe, siehe hier) richtig einsetzt.
- Drittanbieter wie Moo stellen kostengünstig Photokärtchen her, die individuell angepaßt zu Werbezwecken oder Missionierung eingesetzt werden können.
Der einzige Nachteil von Flickr ist die englischsprachige Oberfläche, für die es bisher keine Übersetzung gibt. Davon und von der Vielzahl an Funktionen sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn immerhin gibt es sehr Ausführliche Anleitung in deutscher Sprache, die kaum Wünsche offen läßt. Sämtliche Funktionen von Flickr sind nur im kostenpflichtigen Pro-Account verfügbar, dieser ist mit ca. 25 Dollar pro Jahr aber nicht unerschwinglich. Im Zweifelsfall sollte man eine Sammlung für Online-Dienstleistungen der Gemeinde durchführen, damit sollte Flickr für die nächsten Jahre bezahlt sein.
Links zum Thema
Flickr-Schule
Anleitung in deutscher Sprache von der Anmeldung bis zur Einrichtung seiner Sets
Preloadr
Anwendung um die eigenen Flickr-Photos online zu bearbeiten
flickrshow
Anwendung um eine Diashow für die eigene Homepage aus einem Flickr-Set zu erstellen
Flickr Toys
Verschiedene Anwendungen um mehr aus den Flickr-Photos zu machen
Flicker Tools
Verschiedene Programme um Bilder komfortabler hochzuladen
Flickr MiniCards
Anbieter der aus Flickr-Photos kleine Kärtchen erstellt
Teil Eins der Serie:
Web 2.0 für christliche Gemeinden
Thomas wrote:
Ich weiß nicht, ich bin zwar auch ein großer Anhänger von Web 2.0, aber ein paar Nachteile gibt es schon. Das beginnt schon mit der Tatsache, dass ich die Bilder nicht auf meinem eigenen Server habe, also letztlich noch weniger Kontrolle über deren Verwendung habe als sonst. Zusätzlich wer weiß schon, was Flickr alles in sein Kleingedrucktes schreibt. Dazu kommt noch die Tatsache, dass ein Webauftritt zusammengebastelt aus Web 2.0-Diensten vielleicht trendy erscheint, er erscheint aber auch zusammengeflickt und von einem einheitlichen Design kann man erst gar nicht reden. Sprich, es wirkt ein wenig unprofessionel. Abgesehen glaube ich nicht, dass ein gute Tool zur Erstellung von Bildergalerien wesentlich größeren Zeitaufwand erfordert als Flickr.
Posted 10 Okt 2006 at 9:40 am ¶
Nirvana wrote:
Ich schließe mich Thomas an, denn es gibt diverse Gallerien in z.B. PHP, die ich im Webspace der Gemeindehomepage installieren und an das allgemeine Design anpassen kann. Außerdem hab ich dann auch Kontrolle über die Bilder.
Solche Gallerien übernehmen Sachen wie Thumbnailerstellung, Gallerieverwaltung, etc. von alleine. Manche bringen sogar eine Mitgliederverwaltung mit, so das auch dort jeder selbst Bilder hochladen kann. Manchmal ist es allerdings besser, wenn das bei einer Gemeinde-HP nicht jeder kann :o)
Zu nennen wären da mal:
http://gallery.menalto.com/
http://coppermine-gallery.net/
http://qdig.sourceforge.net/
Posted 10 Okt 2006 at 3:24 pm ¶
Nirvana wrote:
Dein Kommentarfeld meldet sich mit dem Bad Behaviour-Plugin:
Anscheinend versuchen beide Plugins den Header zu ändern…
Warning: Cannot modify header information – headers already sent by (output started at /www/htdocs/v072259/wp-content/plugins/SK2/sk2_second_chance.php:2) in /www/htdocs/v072259/wp-content/plugins/bad-behavior/screener.inc.php on line 8
Posted 10 Okt 2006 at 3:26 pm ¶
sttn wrote:
... man kann auch so was wie JAlbum verwenden. Da gitb es nette Styles und die Handhabung ist recht einfach.
Adresse: http://jalbum.net/
Posted 10 Okt 2006 at 4:09 pm ¶
sttn wrote:
Wobei ich die Idee von Frank zu seiner Serie “Web 2.0 für christliche Gemeinden” sehr gut finde.
Posted 10 Okt 2006 at 4:12 pm ¶
fono wrote:
Ihr habt mit euren Kritikpunkten natürlich Recht obwohl ich z.B. in der Lagerung der Bilder auf einem anderen Server durchaus einen Vorteil sehe. Flickr wird warscheinlich bessere Server als der Anbieter eines 08/15-Webspace haben und außerdem können Die Bilder nicht verloren gehen, wenn die eigene Festplatte abraucht. Denn die Sicherung von wichtigen Daten ist leider immer noch nicht so weit verbreitet, wie sie sein sollte.
Ein anderer und imho wichtiger Punkt ist, daß IHR die richtigen Tools kennt und auch damit umgehen könnt. Ich bekomme jetzt seit einigen Jahren immer mal wieder Anfragen von verschiedenen Gemeinde-Wenmastern, die häufig (sorry Leute!) absolute DAUs sind. Der Speicherplatz der Gemeinde-HP ist oft irgendein Gratis-Account ohne PHP oder sonstige Features und die HP selbst wird mit einer Frontpage-Raubkopie der Ministranten oder sonstwem erstellt. Schaut euch doch mal die durchschnittliche Homepage einer Gemeinde (Konfession egal) an, leider sind die wenigsten auch nur annähernd professionell aufgemacht.
Das hat mich inzwischen dazu gebracht, in einem der nächsten Teile darüber zu schreiben, warum eine Gemeinde einen professionellen Auftritt im Netz haben muß und warum man dafür auch Geld bezahlen muß. Wenn ich die Zeit finde, ist bis dahin auch mein WP-Theme für Gemeinden fertig, das ich kürzlich angefangen habe. Dann gibt es eine Anleitung, wie man aus WP ein komplettes Mini-CMS für eine Gemeinde machen kann.
Posted 10 Okt 2006 at 4:41 pm ¶
Berni wrote:
Find’ ich ne super Idee, an sich!
Ich realisiere den Auftritt unserer Gemeinde zur Zeit mit http://www.phpwcms.de,
was auch ganz nett ist, ist http://cmsmadesimple.org.
Aber a propos Web 2.0, ich habe bei einer Seite der Gemeinden in der duck
evangelischen Allianz (Darf ich das auch in ‘nem katholischen Blog schreiben? ;o))
Google-Maps eingebaut. Finde ich für den Zweck auch ganz praktisch -> http://www.gottesdienste-in-wetzlar.de/?act=overview
Posted 10 Okt 2006 at 5:08 pm ¶
fono wrote:
Hi Berni!
CMSMS benutze ich auch für den nächsten Relaunch der Seiten meiner Gemeinde. Die Idee mit Google-Maps ist prima, das könnte man auch gut für eine “Anfahrt”-Seite nehmen, damit sich die Leute gleich eine Route ausspucken lassen können.
Posted 11 Okt 2006 at 6:58 am ¶
Berni wrote:
Ich hab übrigens die Anleitung zum Einbau von hier:
Link
Posted 11 Okt 2006 at 1:22 pm ¶